Vom Glück geküsst

Liebe

 

Vermutlich waren es die drei schönsten Tage seit langem. Ostsee im Winter – wer gönnt sich das schon… Wir malten Herzen – in Gedanken, in den Schnee und in den Sand. Ich wünschte, es würde ewig so weiter gehen. Naiver Gedanke…? Naiver Gedanke…!

Dennoch hat irgendjemand vielversprechende Zukunftsmusik angestimmt.

Love Quote #4

When I saw you, I was afraid to meet you.

When I meet you, I was afraid to kiss you.

When I kissed you, I was afraid to love you.

And now that I love you, I am afraid to lose you.

Love Quote #3

Someone who really loves you sees what a mess you can be, how moody you can get, how hard you are to handle, but still wants you in their life.

Love Quote #2

Every Woman deserves a Man that can make her forget her heart was ever broken.

Love Quote #1

I love you.

That’s my secret.

No hearts. No pretty drawings. No poems. No cryptic messages.

I love you.

Kurzurlaub

3 Tage Urlaub im Februar – mein Highlight zum Jahresanfang. Immerhin ist es die ideale Möglichkeit, um eine große Portion Zweisamkeit zu tanken. Also auf in die Planung und ran an die Umsetzung – das zumindest war das Credo vor etwa sieben Tagen…

Ich stellte mir das alles recht einfach vor. Internet auf, Schnäppchen suchen, das gewisse Maß an Romantik sichern, Sachen packen, ins Auto setzen und losfahren. Allerdings habe ich meinen Plan voll und ganz OHNE die holde Männlichkeit gemacht…

Heute – sage und schreibe eine Woche später – muss ich von Tag zu Tag mehr über seinen Perfektionismus schmunzeln. Den Urlaub habe ich inzwischen bereits abgeschrieben – zumindest mental. Ich überlege allerdings, ihm eine Memo an den Kühlschrank zu pinnen. Frei nach dem Motto: …wie wäre es, wenn wir schon heute die Urlaubsplanung für 2014 in Angriff nehmen? Nur wegen des gesunden Maßes an Vorsprung…

Es geht doch nichts über männliche Unentschlossenheit. Süß… So irgendwie… Und ganz nebenbei gewöhne ich mich wohl besser daran, dass Er in jedem Moment das genau Richtige tun möchte.

Snow Patrol

Kennst Du das? Dieses Gefühl von Freiheit und Glück, wenn Du im Auto über die Straßen fliegst, die Musik so laut aufdrehst, dass sie alle anderen Geräusche in sich aufnimmt und die Texte Deiner Lieblingssongs ungeniert mitsingen kannst? Diesen unglaublichen Luxus habe ich meiner Umwelt zuliebe vorzugsweise alleine genossen. Mal davon abgesehen hielt ich diese Eigenart immer irgendwie für zu kindisch und zu gewöhnungsbedürftig – bis gestern.

„Magst Du Snow Patrol?“ fragt er – „Mögen?! Ich liebe Snow Patrol!“ Er grinst, lässt den Motor an und dreht die Musik laut. Raus aus der Stadt, ab auf die Autobahn… Die Geschwindigkeit steigt mit der Lautstärke der Musik, zwei Hände berühren sich, zeitgleich startet unser Mitsing-Duett… Alle an uns vorbeifahrenden Menschen hätten uns vermutlich sofort ein gewisses Maß an Wahnsinn bescheinigt.

Ich spare mir mal diese leeren Phrasen über Seelenverwandtschaft oder über das Gefühl der schon vorhandenen, jahrelangen Verbundenheit. So wirklich daran glauben werde ich wohl nie. Dafür stellt sich langsam aber sicher ein anderes Gefühl ein: Dieser Mann ist vermutlich mein Sechser im Lotto.

Baustelle, die – Substantiv, feminin

Wenn ich eines gelernt habe, dann das: Die höchsten Mauern baut man immer dann, wenn man sich vorrangig um sein Gegenüber und nicht mehr um sich selbst kümmert. Wenn man sich verbiegt, um dem Anderen zu gefallen und irgendwann vor dem Spiegel steht und sich fragt, wer genau einem da eigentlich gerade in die Augen schaut.

Rückblickend betrachtet war jeder Mann – egal ob als Freund oder Partner – in den vergangenen drei Jahren irgendeine Form von Baustelle. Irgendetwas gab es immer zu reparieren: nicht verarbeitete Ex-Freundinnen, zu kleine Egos, die gescheiterte Ehe, Misserfolge im Berufsleben,… Ich will gar nicht weiter darüber nachdenken, denn Fakt ist eins: Mit Dankbarkeit übersät wurde ich in den seltensten Fällen. Vielmehr verabschiedeten sich die irgendwann geheilten Seelen in ihr altes oder neues Leben und ich mauerte zielsicher einen weiteren Stein.

Während ich also nun doch mal wieder ein Guckloch in meine Mauer gebohrt habe, stehe ich neugierig und wartend dahinter und beäuge das neue Gegenüber. Begierig rutscht mir staccato-artig eine Abfolge wirrer Fragen über die Lippen: Warst Du verheiratet? Hast Du Kinder? Oder vielleicht irgendwie anderweitig unverarbeitete Ex-Frauen? Wie stehst Du zu Treue? Willst Du die wilde Partynacht oder doch lieber Abende zu zweit? Etwas Gemeinsames aufbauen oder auf der faulen Haut liegen? Gehst Du im Streit oder darf ich auch mal Recht haben?

Und anstatt schreiend davon zu laufen, lächelt er und sagt: „Du bist mir Eine, meine kleine Baustelle.“

 

 

Und dann sagt das Leben ‚Ich zeig’s Dir!‘

Silvester. Nach dem ein oder anderen Whiskey Sour zuviel, verkündete ich allen Freunden am Tisch: „Eins könnt ihr mal glauben – 2013 kommt mir kein Mann ins Haus!“ Dieser Satz rutschte mir voller Inbrunst über die Lippen und war wohl die verbalisierte Summe der gesammelten Erfahrungswerte des Jahres 2012. Unschwer zu erkennen: Lichtblicke hielten sich in Grenzen (Ich gebe zu, es wäre übertrieben zu behaupten, dass es gar keine gegeben hätte.)!

Heute, 20 Tage später, steht eines fest: Ich habe meine Rechnung ohne meinen Steuerberater aufgemacht. Und ohne seine bezaubernde Freundin. Knapp 14 Tage nach dem Jahreswechsel waren es nämlich genau die Beiden, die mir ein Prachtexemplar von Mann vor die Nase setzten, das mir nach einer Woche konsequentem Wehren und mit beiden Beinen dagegen stemmen nun doch viel zu Nahe kommt…

Und dabei hatte ich der Liebe doch abgeschworen; der Männerwelt den Krieg erklärt. Die kalte Schulter sollte in 2013 meine unschlagbare Waffe werden. Wieder einmal kam das Leben dazwischen. In einem Moment, in dem man am wenigsten damit rechnete…

Aber wie sagte schon Maya Angelou so schön: To those who have given up on love, I say, „Trust life a little bit.“